Vom Wohnen und Umziehen

Wie ich bereits in meinem letzten Beitrag schrieb, haben wir am Dienstag den Mietvertrag für unsere neue Wohnung unterschrieben. Wir werden zum 1.5. dort einziehen und bis dahin gibt es noch eine ganze Menge zu tun:

Am 9.4. ist  Vorabnahme unserer jetzigen Wohnung (wovor mir ja schon etwas graut, ehrlich gesagt) und am 16.4. kriegen wir die Schlüssel für die neue Wohnung. Dann geht es los mit tapezieren. Der “richtige” Umzug mit allen schweren Möbeln soll am 26.4. stattfinden. Kleinkram werden wir immer mal so zwischendrin mitnehmen.

Ich freue mich so sehr auf die neue Wohnung. Wir alle tun das. Sie ist so viel schöner und auch größer als unsere jetzige und unsere Tochter wird erstmals ein eigenes Kinderzimmer bekommen, darauf freut sie sich am meisten. Trotzdem ist die Vorstellung, dass unsere letzten Tage in dieser Wohnung gezählt sind, sehr sonderbar. Wir haben jetzt 5,5 Jahre hier gewohnt. Es war die erste gemeinsame Wohnung von meinem Mann und mir. Hier haben wir uns ein Nest gebaut und hier sind unsere beiden Kinder zur Welt gekommen. Diese Wohnung wird also für uns immer etwas ganz Besonderes sein und wir werden sie wohl nie vergessen.

Trotzdem weiß ich eines gewiss: Nämlich, dass jetzt einfach die Zeit für einen Umzug gekommen ist und dass die neue Wohnung genau die richtige ist um uns ein neues Zuhause zu geben. Denn nicht wir haben diese Wohnung gefunden, sondern sie uns. So jedenfalls fühlt es sich an für mich.

Eigentlich wollten wir schon vor Jahren umziehen, als ich mit unserer Tochter schwanger war. Dass wir eine größere Wohnung brauchen, war immer irgendwie klar und wir sprachen auch oft davon. Ich schaute oft und regelmäßig die (spärlichen) Wohnungsanzeigen durch, schaute auch nach Häusern für uns. Aber nie war etwas dabei, wo es *klick* gemacht hat. Manchmal dachte ich, diese oder jene Wohnung könnte was für uns sein, aber so richtig entschlussfreudig waren wir irgendwie nie. Vielleicht doch lieber ein eigenes Haus? Vielleicht doch lieber zurück in meine alte Heimat ziehen? …

Zeit verging, Wohnungsanzeigen kamen und gingen, aber kein Umzug, sodass wir aktuell immer noch mit 2 Erwachsenen und 2+1 Kindern (wenn die große Tochter meines Mann noch da ist) in 3 Zimmern verteilt auf überschaubaren 57 m² wohnen. Schön beschaulich und gemütlich auf der einen Seite. Irgendwie genügsam komme ich mir vor, hier zu leben. 3 Zimmer und 57 m² für eine Familie sind schließlich weit mehr, als Millionen Menschen anderswo auf der Welt jemals haben werden und große Häuser mit riesigen Kinderzimmern für jedes Kind sind nichts als Luxus, den wir nur glauben zu brauchen, weil wir furchtbar verwöhnt sind. Und doch ist es auf der anderen Seite auch wirklich beengt um nicht zu sagen bedrückend. All das Zeug, das sich in den vergangen Jahren angetürmt hat, weil man meinte, es ganz dringend zu brauchen oder sich wenigstens vorstellen könnte, dass man es irgendwann in seinem Leben nochmal brauchen könnte. Und viel zu wenig Schränke für all dies Zeug. Und viel zu wenig Platz für all die benötigten Schränke. Im Klartext: Viel zu wenig Platz für viel zu viel Zeug. Soviel zum Thema Genügsamkeit. Was Möbel, Kleidung, Spielzeug, etc angeht leben wir eindeutig nicht genügsam.

Wie fand uns nun also unsere neue Wohnung? Der Babysohn und ich waren auf dem Heimweg vom PEKiP und völlig gedankenverloren verpasste ich die Einflugschneise zu dem Weg, den wir normalerweise gehen. Also liefen wir eben ausnahmsweise mal einen anderen Weg. Wir kamen an einem Schaukasten vorbei und im Vorbeigehen sah ich einen Aushang für eine 4-Zimmer-Wohnung (in alle den Jahren, die ich jetzt hier wohne und nach Wohnungen Ausschau halte habe ich noch NIE einen Aushang für eine 4-Zimmer-Wohnung gesehen). 2. Obergeschoss. Mit Balkon. In einer schönen Wohngegend. Miete im Rahmen. Alles perfekt. Genau das, wonach wir immer gesucht hatten. Am nächsten Tag riefen wir gleich an und ab da ging eigentlich alles ganz schnell. Besichtigungstermin vereinbart, angeguckt, verliebt und zugesagt. Und jetzt ist es schon bald soweit, dass wir umziehen. Aufregend.

Das lange Warten hat sich also gelohnt. Es hatte offensichtlich seinen Grund, dass wir vorher mit allen anderen wenigstens halbwegs passenden Wohnungen und Häusern so gehadert haben. Weil nämlich diese eine Wohnung auf uns gewartet hat. Gleich vom Lesen der Anzeige an wusste ich tief in mir drinnen, dass das unser neues Zuhause werden würde. Ganz komisch und eigenartig. Aber es sollte wohl so sein.

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