Meine Kinder, die Beikost und ich

Ich erinnere mich noch, dass ich, als meine Tochter ein Baby war, unbedingt selbst Brei kochen wollte. UN.BE.DINGT! Sowas wie Gläschen käme mir nie ins Haus. Neinnein. Ich war ja schließlich eine gute Mutter und gute Mütter kochen den Brei für ihre Babies selbst. Logisch. Also lief ich durch die ganze Stadt, durch Geschäfte und über Märkte, um sündhaft teures Gemüse zu kaufen, denn es sollte ja besonders gesundes Gemüse sein. Auch logisch.

Ich weiß noch genau, dass es Zucchinibrei war, was ich als erstes kochte. Und ich war soo stolz auf meine “Kochkünste”. Meine Tochter leider weniger, die verschmähte meinen so liebe- und mühevoll gekochten Brei und würdigte ihn nach dem ersten Löffel keines Blickes mehr. *seufz* So ging das eine Weile und irgendwann ließ ich mich dazu herab, doch mal ein bösesböses Gläschen zu kaufen. Und was war? Meine Tochter mampfte den gekauften Brei in sich herein, als gäbe es kein morgen und wollte mehrmehrmehr.  Von da an ließ ich es dann mit dem Brei selber kochen.

Jetzt bei meinem Sohn wollte ich besonders schlau sein und fing gar nicht erst an mit dem Brei selber kochen. Wir kauften gleich Gläschen. Die guten von Alnatura, aus demeter-Gemüse gekocht, die es mittlerweile dank des neu eröffneten dm-Drogeriemarktes auch in unserer Stadt zu kaufen gibt. Was soll ich sagen? Er mag den gekauften Brei nicht. Sein Interesse an dem Brei an sich ist riesengroß, auch an unserem Essen, dem Löffel, an allem. Aber wenn er den Brei essen soll, ist nach ein paar Löffeln Schluss. Anfangs dachte ich, dass er vielleicht doch noch nicht bereit für Beikost ist, aber mittlerweile bin ich mir sicher, dass ihm Milch alleine nicht mehr ausreicht.

Was also tun? Doch wieder selber Brei kochen? Oder den Brei gleich ganz Brei sein lassen und stattdessen Baby-Led-Weaning ausprobieren? Wenn ich stillen würde, wäre letzteres wohl meine erste Wahl. Mein Vertrauen in Muttermilch ist so groß, dass ich keine Bedenken hätte, wenn sich mein Kind auch weit über die empfohlenen 6 Monate fast ausschließlich von ihr ernährt. Leider stille ich aber nicht und der Pulvermilchindustrie vertraue ich nur so mittelprächtig. Ich füttere meinen Sohn mittlerweile ohne schlechtes Gewissen mit Pre-Milch, aber Pre-Milch ist eben keine Muttermilch. Ebensowenig wie die 1er Milch. Und 2er und 3er schon gleich gar nicht. Irgendwie habe ich Bauchschmerzen bei der Vorstellung, dass mein Sohn 9 oder 10 oder 12 Monate fast ausschließlich Formula-Milch trinkt. Ob zu Recht oder Unrecht weiß ich nicht, aber es wäre mir schon ganz lieb, wenn er mit seinen 6,5 Monaten so langsam etwas anderes zu sich nehmen würde.

Also werde ich wohl wieder selbst Brei kochen und schauen, ob mein Sohn da vielleicht mehr Gefallen dran findet.

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