Unser Urlaub auf Fanø – Woche 1

Tag 1

Um dem großen Urlaubsreise-Verkehr und damit einhergehenden Staus zu entkommen, entschieden wir uns nachts gegen 3 Uhr loszufahren. Dazu hatten wir bereits am Vorabend alles Gepäck ins Auto verfrachtet, sodass wir einfach nur noch die Kinder ins Auto setzen und losfahren brauchten. Und unser Plan ist perfekt aufgegangen. Um 03:06 Uhr rollte unser Auto vom Hof und um 9:46 Uhr waren wir auf der Insel, was – wenn man die ca einstündige Frühstückspause auf dem Autohof Wikingerland (wo wir witzigerweise noch Mikro-Mys Erzieherin mit ihrer Familie trafen, die ebenfalls gerade auf dem Weg in den Dänemark-Urlaub waren) abzieht – wirklich eine super Zeit ist und ziemlich genau dem entspricht, was Google Maps für staufreie Zeiten veranschlagt. Selbst am Hafen in Esbjerg hatten wir kaum Wartezeit, zusammen mit den wenigen anderen Autos konnten wir sofort auf die Fähre fahren und gleich darauf wurden wir nach Fanø gebracht. Perfektes Timing!

Da wir so früh noch nicht in unser Ferienhaus konnten, fuhren wir erstmal an auf den Strand von Fanø Bad. Was für ein Erlebnis! Wir waren noch nie zuvor an einem Autostrand gewesen und hatten auch noch niemals so einen breiten Strand gesehen, es war irre! Wir staunten und lachten und kriegten uns kaum mehr ein!

Da so tolles Wetter war, verbrachten wir wirklich die ganze Zeit am Strand. Leider lagen unsere Badesachen irgendwo ganz weit unten in unseren Reisetaschen, (wer rechnete denn auch mit so einem Wetter? Also wir definitiv nicht!) aber auch ohne schwimmen zu gehen hatten wir alle unglaublich viel Spaß, denn es gab wirklich viel zu entdecken für die Kinder (und meinen Mann ;-)).

So fanden sie gleich am ersten Tag unzählige Seesterne, Quallen, Fische und natürlich Muscheln!

Sie waren so fasziniert, dass ich entspannt vor unserem Auto auf der Decke liegen und lesen konnte – dabei bekam ich dann auch gleich den Sonnenbrand meines Lebens, wie ich später feststellte. Wir hatten die Kraft der Sonne soo unterschätzt! Ich bin nur froh, dass unsere Kinder zum einen nicht so empfindlich sind wie ich und zum anderen doch meistens noch eine Jacke drüber hatten.

Da die vorherige Nacht aber doch etwas kurz war und auch die Kinder auf der Fahrt deutlich weniger schliefen als gehofft (die Aufregung!), fuhren wir dann doch zu 16:00 Uhr zum Büro unseres Vermieters und holten die Schlüssel für unser Ferienhaus ab, wo wir dann auch gleich hinfuhren. Mein Mann kochte Spaghetti mit Tomatensauce (unser obligatorisches Essen für jeden 1. Urlaubstag!), die Kinder erkundeten das Haus und den Garten und verliebten sich sofort in die Hängematte auf der überdachten Terrasse und ich packte derweil unser Gepäck aus und bezog die Betten. Jedenfalls versuchte ich das, denn schnell stellte ich fest, dass die Bettlaken, die wir mitgenommen hatten, gar nicht auf die Betten passten!

Zum Glück gibt es aber in den 3 Supermärkten auf Fanø alles, was man braucht, sodass wir kurzentschlossen einfach ein neues größeres kauften. So konnten wir dann alle doch noch glücklich und zufrieden in unsere Betten fallen und von einem hoffentlich tollen Urlaub träumen.

 

Tag 2

Der 2. Tag begann mit Regen.

Wir verbrachten den Vormittag damit die Wildkaninchen im Garten zu beobachten und einzukaufen (was auf der Insel zum Glück sonntags problemlos möglich ist).

Während ich das Mittagessen kochte, machte der Mann mit den Kindern einen Spaziergang und erkundete mit ihnen etwas die nähere Umgebung, bis sie schließlich das Meer erreichten.

Am Nachmittag klarte der Himmel auf und wir alle wollten nur eines: zum Strand. Da wir gerne alle Strände der Insel kennenlernen wollten, entschieden wir uns diesmal nach Rindby Strand zu fahren, dieser liegt direkt unterhalb von Fanø Bads Strand und ist diesem auch sehr sehr ähnlich. Hier entdeckten wir interessante Tierchen, die wir noch nie zuvor gesehen hatten. Google verriet uns später, dass es sich dabei um Bojenbildende Entenmuscheln handelt.

Da das Wetter so wunderbar war, blieben wir wirklich bis 20:30 Uhr am Strand. Wir waren im absoluten Urlaubsmodus und genossen jede Minute so sehr!

 

Tag 3

Auch am dritten Tag zog es uns wieder zum Strand. Diesmal fuhren wir ganz bis ans südliche Ende der Insel, nach Sønderho. Der Strand hier unterscheidet sich deutlich von den beiden Stränden Fanø Bad und Rindby Strand weiter im Norden. Er ist bei weitem nicht so breit und es ist viel „wattiger“. Nicht umsonst ist hier auch der Treffpunkt für alle geführten Wattwanderungen. Zum Aufspüren von allen möglichen Tieren ist dieser Strand also super geeignet, bei den zwei Kleinen fiel er leider trotzdem komplett durch, da man dort ihrer Meinung nach einfach nicht so gut im Sand buddeln kann. Auch muss man hier viel mehr auf die Autos aufpassen, denn weil der Strand deutlich schmaler ist, ist hier auch deutlich weniger Platz zum Ausweichen.

Und so entschieden wir uns nach dem Mittagessen doch wieder zu einem der anderen beiden Strände zu fahren, nämlich nach Fanø Bad. Sofort fingen die Kinder an zu buddeln und zu matschen.

Bei Ebbe bilden sich am Strand viele kleinere Seen, die ideal für Kinder zum Spielen sind. Das Wasser ist hier wärmer als im „richtigen“ Meer und es gibt keine Wellen, außerdem lassen sich wirklich viele Tiere dort gut beobachten. So fingen unsere Kinder beispielsweise Seesterne und Krebse (und ließen natürlich alle Tiere wohlbehalten wieder frei!).

Ich selbst konnte wieder völlig entspannt mein Buch weiterlesen. Da es windiger war als an den Tagen zuvor allerdings im Auto sitzend statt auf der Decke liegend, was aber auch völlig in Ordnung war. Die Kinder bauten neben mir ihre Sandburg und waren vollkommen zufrieden mit sich und der Welt. Nein, wir alle waren das! Es war einer dieser perfekten Momente, von denen dieser Urlaub so viele zu bieten hatte! Und so verbrachten wir unsere Zeit am Strand, bis uns der Hunger abends zurück ins Ferienhaus trieb.

 

Tag 4

Nachdem wir 3 Tage quasi ausschließlich am Strand verbracht hatten, hielten wir es für angebracht, uns auch mal etwas vom Inselinneren anzusehen und so machten wir uns auf die Suche nach dem Waldspielplatz, von dem wir schon so viel gelesen hatten. Wir fanden ihn dann auch recht schnell und verbrachten ein paar schöne Stunden dort. Der Begriff Waldspielplatz ist dabei ein bisschen irreführend, denn Wälder mit richtig großen Bäumen gibt es auf Fanø gar nicht und so stehen auch die Spielgeräte alle in der Sonne und nicht etwa im Schatten des Waldes, wie wir es uns vorgestellt hatten. Der Spielfreude der Kinder tat das aber keinen Abbruch und das ein oder andere schattige Plätzchen gibt es dann doch, wo man gemütlich picknicken oder in Ruhe ein Buch lesen kann.

Auf dem Waldspielplatz sahen die Kinder dann auch zum ersten Mal einen Fuchs in freier Wildbahn. Während sie ganz aus dem Häuschen waren, gruselte es den Mann und mich eher, denn der Fuchs verhielt sich ziemlich unnatürlich und zeigte absolut keine Scheu vor den vielen Menschen. Wir vermuteten, dass er entweder krank ist oder durch den Spielplatz zu sehr an den Menschen gewöhnt ist und vielleicht sogar auch angefüttert wurde.

Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg zum Aussichtspunkt Pælebjerg, der mit seinen 21 Metern der höchste „Berg“ Fanøs ist und ganz in der Nähe vom Waldspielplatz liegt.

Von dort hat man einen tollen Ausblick auf die umliegende Landschaft mit dem wunderschönen Seerosenteich und das Meer.

Fanø besteht zu einem Großteil aus Heidelandschaft und die ist wirklich wunderschön und toll zum Wandern. Die Krüppelkiefern, die überall wachsen, machen ihrem Namen teilweise wirklich alle Ehre und wir entdeckten auch wieder Tiere, die wir bisher noch gar nicht kannten, so z.B. das Sechsfleck-Widderchen.

Zum Abend hin mussten wir aber dann doch noch an den Strand, weil das Wetter einfach zu gut war und während der Mann mit den zwei kleinen Kindern Einsiedlerkrebse und Flundern beobachtete, zogen wir anderen uns unsere Badesachen an und gingen das erste Mal in diesem Urlaub im Meer baden <3 Es war herrlich! Wieder einer dieser perfekten Momente puren Glücks!

 

Tag 5

Klein-My hatte sich gewünscht, mal mit dem Papa und der großen Schwester Minigolf zu spielen und an Tag 5 war es endlich soweit. Die drei entschieden sich für Pirat Minigolf, Feldberg Familie Camping, Kirkevejen 3, Rindby Strand, 6720 Fanø. Der Platz hat 18 Bahnen mit Kunstrasen, Erwachsene zahlen 55 DKK und Kinder bis 11 Jahre 30 DKK. Der Platz ist sehr schön angelegt und das Piratenkonzept lockert das sonst ja ziemlich spießige Minigolf-Image gut auf, sodass die drei wirklich viel Spaß hatten – nur das Verlieren können ist noch nicht so ganz Klein-Mys Stärke 😉

Am Nachmittag ging es für uns alle, wie könnte es anders sein, wieder zum Strand. Diesmal gab es große Krebse zu bestaunen, die kleinen Kinder buddelten mit großer Ausdauer im Sand, wir großen Mädels gingen wieder im Meer baden und weil ein guter Wind ging, ließen wir auch unseren Drachen steigen. Und wer sich jetzt fragt, ob es uns nicht langweilig wurde jeden Tag an den Strand zu gehen, dem sei gesagt: Nein, ganz und gar nicht! Der Strand war einfach der perfekte Platz für uns in diesem Urlaub. Das Wasser, der Sand, der Wind, die Sonne, die vielen Tiere – da war für jeden etwas dabei und es war alles, was wir brauchten um glücklich zu sein.

5 Tage in Folge mit dem Auto auf den Strand zu fahren hinterließ aber natürlich Spuren…

Abends zurück im Ferienhaus konnten wir dann noch besonderen Besuch bestaunen.

 

Tag 6

Und mit besonderem Besuch startete auch Tag 6. Es war vor allem für die Kinder wirklich wunderbar, so viele Tiere aus unmittelbarer Nähe beobachten zu können. Obwohl wir selbst relativ ländlich wohnen, zwischen Feldern und Wald, haben wir zu Hause nur selten das Glück Rehe, Füchse oder Fasane zu Gesicht zu bekommen und auf Fanø sahen wir alle diese Tiere und noch einige mehr.

Da Tag 6 einer der wenigen Tage mit schlechterem Wetter war, ging es tatsächlich, man lese und staune, einmal nicht an den Strand! Stattdessen verbrachten wir unsere Zeit mit Einkaufen, Regenspaziergängen inkl Pfützenspringen und Geocachen. Geocaches gibt es auf Fanø wirklich viele in ganz unterschliedlichen Schwierigkeitsgraden. Da er in unmittelbarer Nähe unseres Ferienhauses liegt, begannen wir mit dem Cache GC3YD38. Die Kinder hatten dabei wahnsinnig Spaß beim Suchen (das mit dem diskreten Suchen üben wir aber besser nochmal…) und schließlich auch beim Finden. Zu unserer großen Belustigung freute sich unser Sohn besonders über das orange Tampon, das zum Tauschen in der Box lag (orange ist seine Lieblingsfarbe!).

Außerdem holten wir bei unserem Ferienhausanbieter noch unsere Eintrittskarten fürs Legoland, um uns am nächsten Tag nicht auch noch in die Kassenschlange anstellen zu müssen, und ein Tagesticket für die Fähre. Für Fanø-Urlauber, die einen Tagesausflug aufs Festland machen wollen, gibt es nämlich die Möglichkeit ein ermäßigtes Ticket für die Fähre zu bekommen. So zahlt man dann nur 250 statt 415 DKK. Diese Tickets gibt es meines Wissens nach bei allen gängigen Ferienhaus-Anbietern zu kaufen.

 

Tag 7

Wie bereits erwähnt machten wir an Tag 7 einen Ausflug aufs Festland und zwar ins Legoland Billund. Allerdings denke ich, dass es angemessen ist, dem Legoland einen eigenen Blogbeitrag zu widmen, sodass ich an dieser Stelle gar nicht davon berichten mag, sondern nur von unserer abendlichen Rückkehr auf die Insel, denn die war gar nicht so einfach. Wie ich bereits schrieb, hatten wir uns ein Tagesticket bei unserem Ferienhausanbieter geholt, dieses ist ein einfaches Stück Papier, auf dem handschriftlich das Datum und unser Name eingetragen war. Als wir nun spätabends am Fährhafen in Esbjerg ankamen, war das Kassenhäuschen geschlossen und die Schranke natürlich ebenso. Um die Schranke zu öffnen hätten wir den Strichcode unseres Tickets am Automaten einscannen oder alternativ die mehrstellige Ticketnummer manuell eingeben müssen. Allerdings hatte unser Ticket weder das eine noch das andere, sodass wir etwas ratlos vor der Schranke standen und nicht wussten, wie wir auf die andere Seite zur Fähre gelangen sollten. Ab einer gewissen Uhrzeit fahren die Fähren auch nicht mehr so häufig und mit kleinen Kindern im Auto wollten wir natürlich möglichst schnell zurück in unser Ferienhaus. Auch der Fahrer des nach uns kommenden Autos konnte uns nicht helfen, denn er hatte ebenfalls ein Tagesticket und genauso wenig Ahnung wie wir. Gerade in dem Moment, als wir schon halb verzweifelt auf den Hilfe-Knopf des Automatens gedrückt hatten, kam dann aber doch jemand aus dem eigentlich geschlossenen Kassenhäuschen, der uns zufällig gesehen hatte und erlöste uns und öffnete die Schranke für uns. So kamen wir doch noch rechtzeitig um mit der Fähre um 21:50 Uhr zurück nach Nordby zu fahren. Dort im Hafenbecken begrüßten uns dann auch die Seehunde auf ihrer Sandbank. Wer auf Fanø Seehunde sehen möchte und keine Lust auf lange Wattwanderungen oder Bootstouren hat, der braucht wirklich nur bei Niedrigwasser zum Hafen gehen, dort liegen immer Seehunde! Und auch bei Hochwasser sieht man sie oft, wie sie ihren Kopf neugierig aus dem Wasser strecken.

 

Damit endet dann auch schon der Bericht über unsere erste Urlaubswoche. Was wir in der zweiten Woche und im Legoland alles erlebten, erfahrt ihr bald!

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