Klein-My ist jetzt ein Schulkind!

Es ist 6:30 Uhr, mein Wecker klingelt. Mein Mann ist schon wach, ich höre ihn duschen. Ich bin etwas aufgeregt, denn heute ist Klein-Mys großer Tag, ihre Einschulung. Das erste meiner Kinder kommt in die Schule, alles ist neu und aufregend, nicht nur für sie, sondern auch für uns als Eltern. Ich gehe im Kopf nochmal das Tagesprogramm durch und die To-Dos, die wir heute im Laufe des Tages noch erledigen müssen (Deko aufhängen, Salatdressing machen, Muffins verzieren, …) und kämpfe mich dann aus dem Bett. Wir wecken die Kinder, helfen ihnen beim fertig machen, es gibt ein schnelles Frühstück.

Um 8:15 Uhr machen wir uns los in Richtung Kirche, wo um 9:00 Uhr der Einschulungs-Gottesdienst beginnen soll. Erfahrungsgemäß wird es sehr voll und wir wollen früh dort sein um noch gute Plätze zu bekommen. Ursprünglich wollten wir alle am Gottesdienst teilnehmen, entscheiden uns dann aber kurzfristig nochmal um, dass mein Mann und Nano-My wieder nach Hause fahren. Nano-My hat mit ihren 2 Jahren noch nichts übrig für lange stillsitzen und zuhören, ich wenig Nerven auf ein heulendes und wütendes Kleinkind in der Kirche und außerdem muss noch die Deko aufgehangen werden, was mein Mann in der Zeit erledigen möchte. Aufgrund der Wetterlage hatten wir uns am Vorabend nicht getraut, die Deko schon in den Pavillon zu hängen. Leider ist das Wetter auch heute nicht besser. Es regnet und ich hoffe, dass es im Laufe des Tages noch aufhört, denn wir haben geplant im Garten zu feiern und haben aufgrund unserer beengten Wohnsituation und der Tatsache, dass sehr kurzfristig noch weitere Verwandte ihr Kommen angekündigt haben, eigentlich keinen Plan B.

Meine Planung geht auf und in der Kirche sitzt nur eine Handvoll Menschen, als wir kommen. Wir setzen uns in die 2. Reihe und direkt nach uns kommt Klein-Mys beste Freundin mit ihrer Familie und setzt sich in die Reihe hinter uns. Danach füllt sich die Kirche sehr schnell und bald gibt es keine Sitzplätze mehr. Die Schulkinder werden gebeten, sich in die Reihen direkt vor dem Altar zu setzen und so stiefelt Klein-My Hand in Hand mit ihrer besten Freundin mutig nach vorne. Die dritte Freundin im Bunde kommt kurz danach und gesellt sich zu den beiden. Ich freue mich, dass Klein-My nach unserem Umzug im letzten Jahr so guten Anschluss gefunden hat und nun so gut integriert ist. Es ist schön und beruhigend zu wissen, dass sie auf ihrem Lebensweg, der sich Schritt für Schritt immer weiter von unserem entfernt, nicht alleine ist.

„Nicht alleine sein“ ist auch das Thema des Gottesdienstes, der pünktlich um 9:00 Uhr beginnt. Er ist von vielen Menschen liebevoll gestaltet, Kinder tragen etwas vor, es wird gesungen. Nur von der Predigt bin ich enttäuscht, sie ist altbacken, lieblos und wenig kindgerecht. Ich vermisse unseren alten Pastor mit seinem Charme und Humor.

Nach dem Gottesdienst holt uns der Mann zusammen mit Nano-My wieder ab und fährt gemeinsam mit uns in die Grundschule, wo es um 10:00 Uhr weiter mit dem Einschulungsprogramm geht. Hier sieht Klein-My auch zum ersten Mal ihre fertige Schultüte. Sie ist glücklich und stolz und staunt, wie groß und schwer ihre Schultüte ist. All das Blut und Wasser, das wir mein Mann geschwitzt hat, um sie so schön hinzukriegen, hat sich also gelohnt. In der Schule werden wir freudig begrüßt und willkommen geheißen.

Die Kinder werden gebeten sich in ihrem zukünftigen Klassenzimmer schonmal Plätze zu suchen und natürlich sitzt Klein-My wieder zusammen mit ihren beiden Freundinnen. Ein unzertrennliches Dreiergespann. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis die Klassenlehrerin sie wieder auseinandersetzt 😉 Wir und alle anderen Angehörigen nehmen im Nebenraum, der dank einer mobilen Trennwand heute zum Klassenraum hin offen ist, Platz und warten gespannt auf das Programm der Klassen 2 bis 5. Es gibt einen Rock’n’Roll und Pippi Langstrumpf und das Sams sind zu Gast. Ein perfektes Programm für Klein-My, da genau diese beiden Figuren bei uns zuhause gut bekannt sind und gemocht werden. Anschließend heißt es für uns und alle anderen Verwandten und Freunde rausgehen, denn die allererste Unterrichtsstunde beginnt. Da es leider immer noch regnet, werden wir in den Gemeinschaftsraum im Keller der Schule gelotst. Es gibt Kuchen, Kekse und Getränke um die Wartezeit zu verkürzen. Nette Gespräche tragen ebenfalls dazu bei, dass es nicht langweilig wird. Gegen 11:15 Uhr ist es geschafft und wir können unsere Kinder wieder in Empfang nehmen. Da es kurzzeitig aufgehört hat zu regnen, werden schnell Fotos auf dem Schulhof geschossen, bevor sich die Menge so langsam auflöst und die ersten nach Hause gehen. Klein-My bekommt noch ein kleines Geschenk zur Einschulung von ihrer besten Freundin und dann machen auch wir uns auf den Weg.

Zuhause duftet es bereits herrlich nach Gegrilltem. Meine Mutter war während der Unterrichtsstunde schon vorgegangen um den Grill anzuheizen, damit die Kinder und wir nicht zu lange auf das Mittagessen warten müssen. Ich mache noch schnell mein Salatdressing fertig und decke zusammen mit meinem Mann den Tisch, aber bevor wir essen, möchte Klein-My noch unbedingt ihre Schultüte auspacken, denn sie ist soo neugierig. Ihr gefällt alles sehr gut und ihre Augen strahlen. Zwei Sachen haben es ihr aber besonders angetan – welche das sind, darüber gibt es die Tage nochmal einen gesonderten Blogbeitrag. Da die Neugier nun befriedigt ist, widmen wir uns nun erstmal dem leckeren Essen zu. Es gibt Verschiedenes vom Grill (Steaks, Grillfackeln, Bratwurstschnecken, Leberkäse, Schaschlikspieße und verschiedene Sorten Grillkäse), je einen Kartoffel-, Nudel- und Gurkensalat sowie verschiedene Saucen. Allen schmeckt es und am Ende sind wir pappsatt und kugelrund! Im Sommer, selbst wenn er verregnet ist, gibt es einfach nichts Besseres als frisch Gegrilltes.

Gegen 13:30 Uhr verkrümele ich mich in die Küche um die Muffins zu verzieren. Ich habe drei verschiedene Sorten gebacken, Schokomuffins, helle mit Schokostückchen und türkise Zitronenmuffins, die farblich perfekt zu Klein-Mys Schulranzen und der Deko passen. Leider will weder der Zuckerguss noch die Schokoladenglasur so wie ich will, was mich ärgert, da beides ja eigentlich sehr einfach ist. Keine Ahnung, warum es heute nicht klappt. Eine Stunde verbringe ich in der Küche, dann denke ich mir „Scheiß drauf, Hauptsache schmeckt!“ und gehe wieder raus zu den anderen in den Garten, wo mittlerweile tatsächlich die Sonne scheint. Wir genießen die warmen heißen Sonnenstrahlen (die einen mehr, die hitzescheuen etwas weniger), reden und haben Spaß. Trotz kleinerer Pannen ist es ein schöner Tag und eine runde Feier. Klein-My packt noch das kleine Geschenk ihrer Freundin und das etwas größere Geschenk ihrer Oma aus, dann ist es auch schon „der weiße Zeiger steht auf der 12, der gelbe auf der 4“-Uhr und somit wieder Zeit für die nächste Mahlzeit.

Zusätzlich zu oben genannten Muffins gibt es noch Käsekuchen nach dem Traditionsrezept meiner Familie, diesmal eine Hälfte mit Rosinen und eine Hälfte ohne. Trotz misslungener Verzierung werden meine Muffins sehr gelobt, zumindest die Schokomuffins. Die türkisen mit Buchstaben verzierten Einschulungs-Muffins kommen dagegen überhaupt nicht an. Mit der Regenbogentorte zu Klein-Mys 5. Geburtstag vor 1,5 Jahren war es genauso: die Kinder verschmähten sie und aßen lieber den schnöden Schokokuchen. Keine Ahnung, woran das liegt, im restlichen Internet scheinen sich sämtliche Kinder ja geradezu darauf zu stürzen, aber scheinbar kann ich ein für alle Mal aufhören, mich mit dem Backen zu stressen, denn die einfachsten Sachen schmecken hier erfahrungsgemäß allen am besten.

Leider schlägt das Wetter nach dem Kaffee wieder schlagartig um. Dunkle Wolken ziehen auf und es beginnt zu stürmen, sodass sich die ersten Gäste verabschieden, da sie zu Fuß sind und gerne trocken nach Hause kommen möchten. Kurz nachdem sie weg sind beginnt der Regen. Wir anderen räumen schnell den Tisch ab und nehmen die Deko im Pavillon ab, bevor der Sturm sie kaputt machen kann. Wir verkriechen uns in die Wohnung, wo Nano-My prompt einschläft und später nur kurz aufwachen wird, um sich wickeln und den Schlafanzug anziehen zu lassen. Es wird gespielt und Fotos von der Einschulung und von unserem Dänemark-Urlaub angesehen und um 18 Uhr bricht Klein-My nochmal mit ihrer großen Schwester auf um mit Fahrrad und Roller ein bisschen durchs Dorf zu fahren. Die große Schwester muss morgen wieder abreisen und möchte sich noch von ihrer Freundin verabschieden. Pünktlich um 19 Uhr sind beide wieder da. Eigentlich wollten wir zu dieser Zeit Abendessen machen, aber alle sind noch immer pappsatt vom Mittagessen und Kuchen, sodass wir diese Mahlzeit einfach ausfallen lassen und die Kinder stattdessen gleich ins Bett stecken.

Mein Mann und ich sind froh, dass der Tag rum ist, denn so schön er war, so anstrengend war er auch für uns, die alles vorbereiten und organisieren mussten. Wir plumpsen aufs Sofa, mein Mann guckt einen Film und ich schreibe diesen Artikel. Jetzt ist unsere Große wirklich ein Schulkind, Wahnsinn. Ich glaube, ich fange erst jetzt, wo ich das hier schreibe, so langsam an, das richtig zu realisieren. Ab Montag geht es richtig los, dann ist die Schule kein Event mehr, sondern Alltag. Ich bin gespannt auf diesen neuen Alltag und immer noch ein bisschen aufgeregt auf all das, was da auf uns zukommen wird.

Da heute der 5. ist und es so gut passt, verlinke ich diesen Beitrag bei Frau Brüllens #wmdedgt.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Schreibe einen Kommentar